Mit ‘gerhard rein’ getaggte Beiträge

Unter dem Titel „Der wissentlich falsch etikettierte Gauck“ kommentiert politblogger.eu am 25.02.2012 die Etikettierung von Joachim Gauck als „Freiheitskämpfer“ (Stern) oder gar „Freiheitsapostel“ (Süddeutsche Zeitung“) und zitiert dazu auch Gerhard Rein, der im WDR-Hörfunkmagazin Politikum am 21. Februar zur Rolle von Gauck in der DDR-Bürgerrechtsbewegung Stellung genommen hat:

„Freiheitskämpfer … Freiheitsapostel. Das sind nur zwei der vielen Nebentitel, die sich Joachim Gauck in diesen Tagen bereitwillig verleihen lässt. Doch womit hat der Bundespräsident in spe das eigentlich verdient? Hat er es überhaupt verdient?
Um die Antwort vorweg zu nehmen: Nein. In DDR tauchte er in der Bürgerrechtsszene erst auf, als der Zusammenbruch der ostdeutschen Diktatur bereits unmittelbar bevor stand: im Oktober 1989.
[…]
‚Zur DDR-Opposition hat Gauck niemals gehört. Er trat auch nicht in den systemkritischen Friedens- und Umweltgruppen im Umfeld der Evangelischen Kirchen je in Erscheinung. In den Publikationen, die in der DDR von kritischen Gruppen illegal herausgegeben wurden, taucht der Name Gauck als Verfasser nicht auf.
Joachim Gauck hat sich im Oktober 1989 in Rostock dem ‘Neuen Forum’ angeschlossen. Vorher ist ein politischen Engagement gegen den repressiven Staat nicht auszumachen.‘
[Gerhard Rein]“

siehe auch: Joachim Gauck: Ein Bürgerrechtler oder gar Widerstandskämpfer?

Dr. Gerhard Rein, lange Jahre SWR-Korrespondent in der DDR, hat im Juli 2010 einen Offenen Brief (PDF) an Joachim Gauck anläßlich der Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises und des Börne-Preises geschrieben (via www.havemann-gesellschaft.de)

„Lieber Joachim Gauck,
als Ihnen im November letzten Jahres in München der Geschwister-Scholl-Preis verliehen wurde, und Ihr Laudator Peter Schneider Sie als Widerstandskämpfer in der DDR und also in die Nähe des gefährlichen Widerstands der Geschwister Scholl rückte, da war ich doch ziemlich erschrocken und fragte mich, ob wir unsere wirklichen Helden mit solchen
Vergleichen nicht bedrohlich verramschen.
Als ich dann zwei Monate später hörte, Ihnen würde nun auch noch der Börne-Preis verliehen, habe ich Michael Naumann einen Brief geschrieben:
[…]
Sie polemisieren, wie Sie das ja schon bei Ihrer Dankesrede zum Börne-Preis getan haben, gegen Margot Käßmann. Sie können davon ausgehen, daß ich kein Käßmann-Fan bin und auch keiner mehr werde. Aber Käßmanns Satz: Nichts ist gut in Afghanistan, ist ein Epochen-
Satz, der bleiben wird. Nun lese ich „Natürlich kann man sagen, es sei nicht alles gut in Afghanistan. Aber wo ist denn schon alles gut? In Frankfurt hier? In Preungesheim?“ ( So das Zitat aus Ihrer Pfarrer-Tags-Rede). Sie vergleichen die Situation eines Krieges in Afghanistan mit sozialen Spannungen in Frankfurt und Preungesheim. Das ist intellektuell so dürftig ( aber ich will ja freundlich sein, also sagen wir), das ist intellektuell so übersichtlich, dass ich nur den Kopf schütteln kann.
[…]