Was in einem Beitrag der SZ kurz, leider zu kurz, versucht wurde, „Was hat Gauck wirklich gesagt„, hat Anatol Stefanowitsch in einem dankenswert ausführlichen Posting mit ausreichend Zitaten und im viel beschworenen Kontext unter dem Titel „Der ‚böse Gauck‘ und das Netz“ hinsichtlich Sarrazin, Hartz-IV und Vorratsdatenspeicherung betrachtet:
„Er [Gauck] erscheint aber auch als Vertreter einer zutiefst konservativen Weltsicht, die sich fast ausschließlich aus den tatsächlichen oder von ihm narrativ konstruierten Leitmotiven seiner eigenen Biographie speist. Er ist deshalb bestenfalls in der Lage, die Herausforderungen der Gegenwart zu erkennen — ernsthafte Ansätze zu ihrer Lösung hat er an keiner Stelle anzubieten. Im Gegenteil.
[…] In beiden Fällen würde ich auch bei sorgfältiger Abwägung des Kontextes bei meiner negativen Einschätzung von Gaucks Eignung als Bundespräsident bleiben
[…]
Das Netz hat keineswegs einen „bösen Gauck“ erfunden. Es hat eher potenzielle Schattenseiten des sonst gerne als Lichtgestalt dargestellten Gauck aufgedeckt.“