Mit ‘kritik’ getaggte Beiträge

Kurz zusammengefaßt skizziert Martin Krauss auf juedische-allgemeine.de am 23.02.2012 stichwortartig die Kritk an der „Symbolfigur“ Joachim Gauck (der gern andere „anleite“), von Gewerkschaften, der Linkspartei, Migrantenverbänden, vereinzelt aus Reihen der Grünen, die ihn nominiert haben, und aus dem Osten der Republik. Kurz erwähnt wird auch das Lob aus der rechten Ecke, z.B. wegen Gaucks Äußerung zur Oder-Neiße-Grenze:

„Joachim Gauck sieht sich gerne als Lehrer. Die Vorstellung, er leite andere Menschen an, findet sich oft, wenn es um den künftigen Bundespräsidenten geht. »Reisender Politiklehrer« hat Gauck sich jüngst selbst genannt,…
[…]
Ein Linker ist Gauck nicht, und die FAZ notiert, Grüne und SPD »werden noch zu spüren bekommen, dass Gaucks urbi et orbi vorgetragener Lobgesang auf die Freiheit eben keine Ode an die Gleichheit ist«.
[…]
So erfährt Gauck nun ein Lob durch rechte Kreise. Die »Junge Freiheit« etwa freut sich: »Wir werden mit ihm positive Überraschungen erleben.«“

Eine polemische Replik von Robert von Seeve auf die Demagogie und Diffamierung einer fast Allparteienkoalition und der Mainstream-Medien an Internet-Kritiker_innen, die es wagen, sich gegen Joachim Gauck als Bundespräsidenten zu stellen, unter dem Titel „Lengsfeld und die demagogischen Versatzstücke“ auf Publikative.org vom 25.02.2012:

„In der Gauck-Gemeinde scheinen alle Alarmglocken zu läuten. Eine merkwürdige Allianz aus evangelischer Kirche, Achse des Guten, Grünen und Junge Freiheit unter der Führung von Vera Lengsfeld und Jürgen Trittin, attackierte Kritiker mit entschlossener Demagogie (1). Kritik an dem ostdeutschen Ex-Pfarrer wird – vollkommen ohne ideologische Scheuklappen – als fast Stasi-ähnliche Machenschaft enttarnt: …“

Nachtrag: Der Begriff der Gemeinde ist natürlich trefflich gewählt, auch in seiner Metaebene!

Bezugnehmend auf den Gauck-Jubel rechtsaußen, „Wir sind Präsident!“ von der „Jungen Freiheit“ (JF), und dem Ereifern seitens Jürgen Trittins bei Maybritt Illner über einen aus dem Kontext gerisenen Satz in einem Kommentar von Deniz Yücel in der TAZ, der im diffamierenden Vorwurf des „Schweinejournalismus“ gipfelte, schreibt Andrej Reisin am 24.02.2012 unter dem Titel „Noch mehr “Schweinejournalismus!”“ auf Publikative.org:

„Die Kritik an Gauck ist weder neu, noch kommt sie einzig aus dem scheinbar ominösen Internet – wie linksliberale Politiker von Rot bis Grün und gönnerhafte Zeitungskommentare von „Frankfurter Rundschau“ bis „Süddeutscher Zeitung“ derzeit gerne glauben machen wollen. Die Wahrheit ist: Die Kollegen und ihr politisches Spektrum sind verärgert, weil sie in ihrer Begeisterung für den Kandidaten Gauck dessen für ihre eigene Klientel teilweise hochgradig problematischen Positionierungen schlichtweg übersehen, verdrängt, vergessen haben.
Mit Schaum vor dem Mund wird daher nun zurückgebellt gegen die vermeintlichen Online-Dilettanten, die nicht richtig zitieren können und alles aus dem Kontext reißen, weil ihr Gehirn nur noch in Twitter-Textlängen denke.
[…]
Mit Gauck wird der politische Diskurs exakt im Sinne der Neuen Rechten verändert – ein fatales Signal für den gesellschaftlichen und politischen Fortschritt in diesem Land. Tut, was Ihr nicht lassen könnt – aber rechnet nicht mit unserer Unterstützung!“

Und für den Kontext sei auch der Ausschnitt aus Maybrit Illner mit dem verbalen Ausfall von Jürgen Trittin hier verlinkt:

Videolink YouTube von maybritillner am 23.02.2012

Seinen Ärger über die verdrehten bis falschen und auch unredlichen Angriffe an die sogenannte „Netzcommunity“ wegen ihrer Kritik an Joachim Gauck macht Christian Sickendieck in dem Posting „Politische Naivität“ am 22.02.2012 auf fixmbr.de Luft:

„Zum einen über den Artikel Patrick Breitenbachs und den Julia Seeligers. Patricks Artikel hatte ich schon als politisch naiv abgehakt, zu Julias Artikel fiel mir nicht viel mehr ein als Honeymoon-Geschreibsel. Das mag unfair klingen, ich möchte aber versuchen, es zu begründen.
In den letzten beiden Tagen wurden die beiden Artikel zu Kronzeugen gegen die sogenannte Netzcommunity, gegen das böse Netz gemacht. Insbesondere im konservativen und rechten Lager wurde intern laut lachend, extern mit Empörung auf das Netz verwiesen, die beiden zitiert.
[…]
Unterm Strick bleibt trotzdem festzuhalten:
Gaucks Aussagen waren politisch.
Sie sind politisch zu bewerten.
Und auch politisch zu interpretieren.
Sie ergeben ein eindeutiges Gesamtbild.
Joachim Gauck ist ein rechter Hardliner.
Und das werde ich weiter kritisieren und thematisieren.
Genau das ist zwingend in einer modernen Demokratie notwendig.“

Die SZ veröffentlichte am 20.02.2012 einen Artikel unter dem Titel „Umstrittene Äußerungen über Occupy und Sarrazin – Was Gauck wirklich gesagt hat„, der leider viel indirekte Rede und Interpretation, aber wenig ausführliche, dafür viel verkürzte Zitate enthält. So dient der Artikel mehr einem (durchaus brauchbarem) Einstieg in die Diskussion als der intendierten Klarstellung.

Nicht zuletzt führt die Subsummierung der Gauck-Kritik und Gauck-Kritiker_innen in dem Beitrag von Kathrin Haimerl unter die angesprochenen Punkte und der ausgesuchten/ausgewählten Positionen zu Verkürzung und Reduktion, die andere Kritikpunkte ausschließt und die genannten einseitig deutet.