Mit ‘widerstand’ getaggte Beiträge

Im Westen der Republik scheint die Mehrheit für Joachim Gauck als Bundespräsident recht eindeutig zu sein, im Osten stößt er dagegen auf wesentlich mehr Ablehnung, was wohl auch daran liegt, daß ihm hier vorgehalten wird, sich zum Bürgerrechtler zu stilisieren, obwohl er offenbar kein führender DDR-Oppositioneller oder gar Bürgerrechtler war.

Joachim Gauck soll nun auch Ehrenbürger von Rostock werden, doch laut Berliner Morgenpost lehnt die Mehrheit der Bürger das ab, die BM schreibt am 26.02.2012 unter dem Titel: „Widerstand in Joachim Gaucks Heimat Rostock„:

„Der künftige Bundespräsident Joachim Gauck soll Ehrenbürger von Rostock werden. Die Mehrheit der Bürger lehnt das ab:
[…]
Man könne den Eindruck gewinnen, er habe zu den führenden Köpfen der Oppositionsbewegung in der DDR gehört, zitiert die Zeitung den Rostocker Dietmar Schmidt. „Herr Gauck hat es nur exzellent verstanden, sich ins Rampenlicht zu setzen.““

Dr. Gerhard Rein, lange Jahre SWR-Korrespondent in der DDR, hat im Juli 2010 einen Offenen Brief (PDF) an Joachim Gauck anläßlich der Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises und des Börne-Preises geschrieben (via www.havemann-gesellschaft.de)

„Lieber Joachim Gauck,
als Ihnen im November letzten Jahres in München der Geschwister-Scholl-Preis verliehen wurde, und Ihr Laudator Peter Schneider Sie als Widerstandskämpfer in der DDR und also in die Nähe des gefährlichen Widerstands der Geschwister Scholl rückte, da war ich doch ziemlich erschrocken und fragte mich, ob wir unsere wirklichen Helden mit solchen
Vergleichen nicht bedrohlich verramschen.
Als ich dann zwei Monate später hörte, Ihnen würde nun auch noch der Börne-Preis verliehen, habe ich Michael Naumann einen Brief geschrieben:
[…]
Sie polemisieren, wie Sie das ja schon bei Ihrer Dankesrede zum Börne-Preis getan haben, gegen Margot Käßmann. Sie können davon ausgehen, daß ich kein Käßmann-Fan bin und auch keiner mehr werde. Aber Käßmanns Satz: Nichts ist gut in Afghanistan, ist ein Epochen-
Satz, der bleiben wird. Nun lese ich „Natürlich kann man sagen, es sei nicht alles gut in Afghanistan. Aber wo ist denn schon alles gut? In Frankfurt hier? In Preungesheim?“ ( So das Zitat aus Ihrer Pfarrer-Tags-Rede). Sie vergleichen die Situation eines Krieges in Afghanistan mit sozialen Spannungen in Frankfurt und Preungesheim. Das ist intellektuell so dürftig ( aber ich will ja freundlich sein, also sagen wir), das ist intellektuell so übersichtlich, dass ich nur den Kopf schütteln kann.
[…]